KULTUR EINER KULTURPOLITIK

Volker Hassemer zur Rolle des Bundes und zu den aktuellen Entwicklungen in der Debatte um das Museum der Moderne:

Man mag es nicht glauben

Wen das Kulturforum interessiert, der wird sich erinnern: welcher Druck gemacht wurde, von Frau Grütters persönlich, nun zügig das neue Museum zu bauen. Keine Zeit für stadtplanerische und städtebauliche Vorklärungen, der Wettbewerb stromlinienförmig, keine demokratische Begleitung durch Berlin ... Die großen Leihgeber würden sonst die Geduld verlieren, die Chance der 200 Millionen des Bundestages vielleicht verspielt. Man brauche 2021 als Eröffnungsdatum. 

Und nun? Verdächtige Ruhe in den langen Monaten nach der Juryentscheidung für den Preisträger. Jetzt Senator Lederer: „nicht vor 2023 oder 2024.“ Der Sprecher von Frau Grütters sagt nur auf Anfrage etwas; dann aber dass „seriöserweise zum jetzigen Zeitpunkt kein belastbares Datum ...“ 

Wer das abhaken will unter der Rubrik Berliner Vorkommnisse (diesmal mit kräftiger Mitwirkung des Bundes): Hier gibt es das besonders große öffentliche Interesse an diesem für Berlin besonders wichtigen Forum. Was sich jetzt abspielt, ist eine grobe Missachtung dieser Öffentlichkeit, die man vorher mit dem Zeitargument unter großen Druck gesetzt hatte; oder sogar hinters Licht geführt hatte? Der Kollateralschaden dieses Vorgehens, vor allem die immer noch nicht erarbeitete stadträumliche Strategie und Planung für das Kulturforum, hält jedenfalls an.

Volker Hassemer

 

 

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