NEUSTART FÜR DIE BERLINALE?

Zu „Neustart für die Berlinale. Der Druck wird erhöht: Namhafte Filmemacher üben Kritik am Festival – und am Verfahren zur Ernennung eines Nachfolgers von Dieter Kosslick“ von Gabriela Walde, Elisa von Hof und Thomas Abeltshauser in der Berliner Morgenpost

Das geforderte Gremium ist die richtige Idee. Aber: Wenn man es gut mit der Berlinale meint, sollte es nicht ein Gremium gegen oder auch nur gegenüber der Politik sein. Frau Grütters müsste sich darauf einlassen, dieses Gremium als den (!) zentralen Ort ihrer Entscheidungsvorbereitung zu erklären. Und sie müsste in ihm und für es mitwirken. Gewissermaßen: sie müsste sich selbstverständlich an der Vorbereitung Ihrer (!) Entscheidung beteiligen.

Es geht um mehr als um Transparenz von Entscheidungsvorgängen, in die man als Betroffene und Fachleute nur „von außen hineinruft“. Es geht um eine Entscheidungsvorbereitung, in der nach besten Kräften alle relevanten Hinweise und Argumente wahrgenommen werden können.

Die Entscheidung selbst ist dann natürlich (und gut begründet) die Sache der Zuständigen.

Natürlich: ein Politiker, der von Transparenz erst spricht, nachdem ihm Transparenz abgefordert wurde, hat schon mal keine gute Ausgangsposition...

Volker Hassemer

 

 

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