BERLIN BRANDENBURG PREIS 2021 verliehen

Auszeichnungen für Regionalparks und Prignitzer Opernprojekt

Der am Samstag, 7. August in Lenzen (Elbe) verliehene BERLIN BRANDENBURG PREIS 2021, der von der Stiftung Zukunft Berlin und der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte in diesem Jahr zum vierten Mal ausgelobt wurde, geht zu gleichen Teilen an


den Dachverband der Regionalparks in Brandenburg und Berlin e.V. und
den Festland e.V. – Dorf macht Oper.

Als Laudatoren würdigten Guido Beermann, Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, und Hans Lange, ehem. Landrat des Landkreises Prignitz, die Preisträger:innen.

Die Preisträger:innen und Jurybegründungen:

Die Regionalparks in Brandenburg und Berlin sind interkommunale Verbünde, in denen sich die unterschiedlichsten Akteur:innen gemeinsam für die stadtnahen Kulturlandschaften einsetzen. Die sind wichtig für Mensch, Natur, Erholung, Umwelt und Klima. Die Freiräume zwischen den im Landesentwicklungsplan festgelegten Siedlungsachsen sollen nicht nur der landwirtschaftlichen Produktion, für Verkehrswege, Gewerbeflächen und Siedlungsgebiete dienen, sondern den Menschen Raum bieten zum Durchatmen, Erholen und Auftanken. Regionalparks sind keine Behörden. Zumeist als Verein organisiert, bündeln Regionalparks die Energien und Interessen für die Entwicklung der Landschaft. Der Dachverband ist die gemeinsame Interessenvertretung der einzelnen Regionalparks. Sein Ziel ist auch die Förderung des Austausches und der Zusammenarbeit Berlin und Brandenburg, zwischen Bürgerschaft und Verwaltung, zwischen Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft.

Die Jury begründet die Auszeichnung mit dem BERLIN BRANDENBURG PREIS 2021 wie folgt: Vor dem Hintergrund des wachsenden Siedlungsdrucks in Berlin und dem Berliner Umland in Brandenburg kommt der Sicherung und Entwicklung der Freiräume in den Achsenzwischenräumen des sogenannten Siedlungssterns eine große Bedeutung für Umwelt, Klimaschutz, Infrastruktur und Tourismus zu. Die Regionalparks tragen dazu von unten, d.h. durch Eigeninitiative und Engagement ebenso wie durch Impulse für kooperative Strukturen in Berlin und dem Berliner Umland nachhaltig bei. Zu würdigen ist dabei insbesondere die wichtige Netzwerkarbeit, die die ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter:innen leisten. Wir zeichnen ein vorbildliches, ein glanzvolles Beispiel der Zusammenarbeit zwischen Bürger:innen sowie Politik und Verwaltung aus.

Der Verein Festland e.V. wurde 2003 in Klein Leppin in der Prignitz gegründet und das Projekt „Dorf macht Oper“ ins Leben gerufen, um jenseits von Schützenfesten und Erntedankfesten die Hochkultur für das Dorf zu erobern und neu zu definieren. Seither findet fast jedes Jahr eine neue Opernaufführung statt, mit dabei stets viele der 60 Einwohner:innen Klein Leppins. Neben dem Projekt „Dorf macht Oper“ werden auch viele andere Projekte wie ein Kunst-Sommercamp für Kinder aus der Prignitz verwirklicht. Mit seinen Projekten schafft es der Verein seit vielen Jahren, die verschiedensten Akteur:innen zusammenzubringen, sie in der gemeinsamen Arbeit zu vereinen, Gemeinschaft und unerwartete Freundschaften zu ermöglichen. Künstler:innen finden einen Ort, an dem sie sich ausprobieren, eigene Projekte verwirklichen können. Die Prignitzer:innen sind dabei nicht nur Publikum, sondern die Macher:innen auf und hinter der Bühne. Kunst wird so zum Teil ihres Lebens, ihrer Kultur, ihrer Traditionen.

Aus der Begründung der Jury: Profis und Nichtprofis, Zugewanderte, Alteingesessene und Kulturinteressierte kommen an diesem Ort zusammen und treten in einen Austausch über Themen, die die Menschen vor Ort bewegen. An dem Verein zeigt sich somit auf besondere Weise der kommunikative und verständigungsfördernde Aspekt gemeinsamen kulturellen Schaffens. „Dorf macht Oper“ ist ein lokales Event mit großer Strahlkraft in die ganze Region. Es ist ein kreatives Kulturprojekt, das wie kaum ein anderes die Begeisterung der Macher:innen mit der Begeisterung der Zuschauer:innen zusammenbringt.

Der BERLIN BRANDENBURG PREIS zeichnet herausragende Leistungen für die aktuelle Entwicklung unserer gemeinsamen Region aus – Leistungen, die einen wirkungsvollen und nachhaltigen Impuls für die soziale und gesellschaftliche Situation eines Ortes oder der gesamten Region setzen. Der Preis ist eine gesellschaftliche Initiative aus Berlin und Brandenburg; er setzt auf die Zusammengehörigkeit in der Region und will sie fördern.

 
Die Preisverleihung fand in Kooperation mit den Brandenburgischen Sommerkonzerten statt und wurde von Jörg Woltmann, KPM, und dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg unterstützt.

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