Fontane in Frankfurt

Stiftung Zukunft Berlin begeht Fontanejahr im August und September mit vielfältigem Veranstaltungsprogramm in Frankfurt (Oder)

Motive der Ausstellung „Konstruierte Wirklichkeit – Die Mark ist heute Bundesland“

 

Berlin und Brandenburg feiern 2019 den 200. Geburtstag des in Neuruppin geborenen und in Berlin-Mitte begrabenen Schriftstellers Theodor Fontane, dessen Werke bis heute die Wahrnehmung der Region prägen und literarische Porträts ihrer Landschaften und Bevölkerung sind. In der Arbeit der Stiftung Zukunft Berlin nimmt Fontane seit vielen Jahren eine besondere Rolle ein, veranstaltet unsere Reihe „Nachbarn bei Nachbarn – Berliner Künstlerinnen und Künstler lesen in Brandenburgs Dorfkirchen“ doch bereits seit 2013 Lesungen aus seinem Werk in Brandenburger Ortschaften und schafft somit Anlässe zur Begegnung zwischen Einheimischen und Berliner Gästen.

Aus Anlass des Fontanejahres und im Ausblick auf das Jubiläumsjahr 2020 (100 Jahre Groß-Berlin und 30 Jahre Land Brandenburg) weiten wir die Aktivitäten aus und betrachten die Frage nach der Identität der Region nicht nur aus literarischer, sondern auch aus künstlerischer, zivilgesellschaftlicher und politischer Perspektive. Wir wollen miteinander klären, wie die Nachbarschaft zwischen Berlin und Brandenburg produktiver, kooperativer und freundschaftlicher werden kann. Uns geht es um das gemeinsame Gespräch zwischen Berlin und Brandenburg und dann um Ansätze, wie man sich gegenseitig unterstützen kann.

Den Rahmen für das Veranstaltungsprogramm bietet die von der Stiftung Zukunft Berlin getragene und von der Theodor Fontane Gesellschaft sowie der Stadt und dem Eigenbetrieb Kulturbetriebe der Stadt Frankfurt (Oder) unterstützte Öffnet externen Link in neuem FensterKunstausstellung „Konstruierte Wirklichkeit – Die Mark ist heute Bundesland“ des Berliner Künstlers Götz Lemberg, die am 16.08. Eröffnung feiert und bis zum 30.09.2019 in der St. Marienkirche in Frankfurt (Oder) gezeigt wird. Das Fotoprojekt von Götz Lemberg folgt Fontane auf seinen Reisen durch Brandenburg. Es stellt seinen literarischen Porträts fotografische Landschaftsbilder entgegen und präsentiert sich als begehbare Bildreise durch die Gegenwart und Vergangenheit Brandenburgs zwischen heutiger Realität und Fontanes literarischen Entwürfen. Er setzt damit sein Porträt Brandenburgs fort, das er 2015/16 mit den H_V_L-CUTS begonnen hat.

Der überwältigende Innenraum der Marienkirche, eines der herausragendsten Bauwerke norddeutscher Backsteingotik, bietet eine grandiose Kulisse für die Ausstellung und ihr Rahmenprogramm. St. Marien wurde ab 1253, dem Jahr der Stadtgründung, gebaut und über die Jahrhunderte kontinuierlich zu seiner heutigen Größe erweitert. Von besonderer kunsthistorischer Bedeutung sind die mittelalterlichen Bleiglasfenster, die nach Ende des Zweiten Weltkriegs nach Russland transportiert wurden und lange als verschollen galten, ab 2002 jedoch nach Frankfurt zurückkehrten und nach aufwändiger Restaurierung wieder am originalen Ort eingebaut werden konnten.



Ebenfalls in der Frankfurter Marienkirche und somit im Setting der spektakulären Landschaftsporträts wird am 08.09.2019 Schauspieler Friedhelm Ptok in der Reihe „Nachbarn bei Nachbarn“ aus Fontanes „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ lesen, ergänzt durch Kurzlesungen von Autor*innen des Buches „Nachbarn bei Nachbarn. Ein Sonntagebuch Berlin-Brandenburger Begegnungen“.

Die Öffnet externen Link in neuem FensterVerleihung des BERLIN BRANDENBURG PREISES 2019, der 2018 erstmals von der Stiftung Zukunft Berlin und der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte ausgelobt wurde, findet am 11.09.2019 in der Marienkirche statt. Um auf großartige Erfolge und Potenziale der Region hinzuweisen, zeichnet eine hochkarätig besetzte Jury mit dem Preis besondere Leistungen für Bauwerke und Gebäudeensembles, Park- und Gartenanlagen, archäologische Stätten und Bodenzeugnisse aus.

Die Probleme, aber auch Potenziale, die Berlin und Brandenburg gemeinsam betreffen, nimmt am 27.09.2019 das Symposium Berliner und Brandenburger Bürgermeister*innen in den Blick. Die neue Gesprächsrunde startete 2018 und wird bei ihrer Sitzung in Frankfurt (Oder) Themen wie Verkehrsinfrastruktur und Identität sowie Governance der Region diskutieren und öffentlich vorstellen, um im Dialog mit der Bevölkerung eine Agenda der Zusammenarbeit für das Jubiläumsjahr 2020 zu erarbeiten.

Eine Komplettübersicht mit weiteren Veranstaltungen in Frankfurt (Oder) während der Laufzeit der Ausstellung finden Sie unten verlinkt.

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