Knoch: „Der Gesprächsbedarf ist groß!“

Stiftung Zukunft Berlin bietet Vermittlung in der Debatte um die „Kunsthalle Berlin“ an

Der Streit um die private „Kunsthalle Berlin“, die seit Ende Januar mit Unterstützung des Landes Berlin im ehemaligen Flughafen Tempelhof gastiert, war heute Gegenstand einer vom bbk berlin organisierten Podiumsdiskussion. Im Anschluss an die Diskussion deutet Christophe Knoch, Moderator der Veranstaltung und Vorstandsmitglied der Stiftung Zukunft Berlin (SZB), die Vehemenz der Proteste von Seiten der Berliner Kulturschaffenden als Ausdruck eines grundlegenden Bedarfs an einem neu aufgelegten Austausch über eine Berliner Kunsthalle. Zugleich fordert er die Politik auf, sich des Themas anzunehmen und die Debatte in eine konstruktive gemeinsame Arbeit aller Beteiligten an einem neuen Konzept münden zu lassen.

„Der Druck und der Ärger sind groß. In der Stadt herrscht erhebliches Unverständnis darüber, wie die Entscheidungen zu dem, was sich nun Kunsthalle nennt, ohne jede öffentliche Diskussion getroffen werden konnten. Viel wurde darüber gesprochen, dass es ein wiederkehrendes Element in Berlin sei, Werte und Orte der Stadt top-down, ohne Gespräch und Diskurs zu überschreiben – ob nun bei dem Begriff Kunsthalle, bei der Volksbühne oder dem Palast der Republik“, so Knoch nach der von ihm moderierten Diskussionsrunde.

„Dem bbk berlin ist für seine Beharrlichkeit zu danken, dass diese Frage zum Politikum wurde. In der Situation liegt auch eine Chance“, sagt er weiter. „Offensichtlich konnte über die Grenzen der einzelnen Senatsverwaltungen hinweg eine Entscheidung gefunden werden. Die Chance für die beteiligten Akteur:innen besteht darin, die offenen Fragen zum Tempelhofer Flughafen nun gemeinsam mit dem neuen Personal an der Spitze der Senatsverwaltungen für Finanzen und für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie dem Kultursenator zu beantworten.“

Knoch hält fest: „Es braucht kein weiteres Evaluationsverfahren, das wäre Handlungsverweigerung. Es braucht erste aktive und wachsende Nutzungsmöglichkeiten. Die Stiftung Zukunft Berlin hat bereits in der Vergangenheit als zukunftsorientierte, vermittelnde Partnerin gezeigt, dass beim Bohren dicker Bretter aufgabenorientiert und zuständigkeitsübergreifend Lösungen gefunden werden können.“

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