„Konstruierte Wirklichkeit – Die Mark ist heute Bundesland“

Das Fotografie-Ausstellungsprojekt von Götz Lemberg aus Anlass des 200. Geburtstags von Theodor Fontane in der St. Marienkirche in Frankfurt (Oder).

Die Ausstellung wird vom 16.08. bis 30.09.2019 gezeigt und von einem abwechslungsreichen Veranstaltungs- und Bildungsprogramm eingerahmt. Sie wird von der Stiftung Zukunft Berlin getragen und von der Fontane-Gesellschaft sowie der Stadt und dem Eigenbetrieb Kulturbetriebe der Stadt Frankfurt (Oder) unterstützt.

Wie nur wenigen Schriftstellern ist es Theodor Fontane mit seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ gelungen, ein literarisches Landschaftsbild zu entwerfen, das bis in die Gegenwart seine suggestive Kraft beibehält und „das Bild“ von Brandenburg prägt. Das Kunstprojekt „Konstruierte Wirklichkeit – Die Mark ist heute Bundesland" setzt sich aus Anlass des 200. Geburtstags Fontanes intensiv mit den „Wanderungen“ auseinander. Es befragt die Aktualität des Werks, indem es Fontanes Brandenburg mit der Gegenwart konfrontiert.

Das Fotoprojekt folgt Fontane auf seinen Reisen durch Brandenburg. Die Fotografien zeigen Orte und zum Teil auch Ansichten, die Fontane beschrieben hat. Sie stellen seinen literarischen Landschaftsbildern fotografische Landschaftsporträts entgegen. Literatur und Fotografie treten in ein intensives Zwiegespräch. In diesem Dialog schieben sich zwangsläufig die Reflektionen über die Entwicklung und den Wandel eines großen Landschaftsraums und der damit verbundenen Frage nach der heutigen Identität Brandenburgs in das Bewusstsein.

Ein besonderer Reiz der Fotografie-Ausstellung liegt in der Präsentationsweise als einer begehbaren Bildreise durch die Gegenwart und Vergangenheit Brandenburgs, zwischen heutiger Realität und Fontanes literarischen Entwürfen. Sie porträtiert einen repräsentativen Teil Brandenburgs von Neuruppin bis Frankfurt (Oder), vom Barnim zum Hohen Fläming. Die Präsentation in der St. Marienkirche wird dem Ort angemessen spektakulär sein. Die Flussfahrt zwischen Frankfurt und Schwedt, die Fontane in seinem zweiten Band so ausführlich beschreibt, stellt einen visuellen Höhepunkt in der Ausstellung dar. Auf 50 Metern Länge und drei Metern Höhe schlängelt sich das Flusspanorama der Oder durch die Marienkirche. Zudem werden großformatige Einzelaufnahmen, „Combines“ (Fototableaus aus mehreren Einzelaufnahmen) und Detailaufnahmen in unterschiedlichen Formaten präsentiert.

„Konstruierte Wirklichkeit – Die Mark ist heute Bundesland. Brandenburg-Bilder auf den Spuren Fontanes“ setzt Götz Lembergs Auseinandersetzung mit der brandenburgischen Landschaft fort. Diese begann 2014 mit der umfangreichen fotografischen Arbeit „Havelcuts. Porträt einer Flusslandschaft.“, die in den Jahren 2015/16 in insgesamt acht Ausstellungen gezeigt wurde.

Das Rahmenprogramm zur Ausstellung schafft ein enges Netz an Anknüpfungspunkten und Perspektiven, die Vergangenheit und Gegenwart Brandenburgs ins Visier zu nehmen. Es erweitert die Ausstellung um Beiträge von renommierten Expert*innen zu diesem Thema. In Kooperation mit Projektpartnern wie der Theodor-Fontane-Gesellschaft und der Stiftung Zukunft Berlin ist ein Begleitprogramm zum Thema „Konstruierte Wirklichkeit – Märkische Landschaftsbilder der letzten 200 Jahre in Literatur und Kunst“ vorgesehen. Unterschiedliche Formate wie Symposien, Vorträge, Lesungen, eine Buchpräsentation und Preisverleihung, Gespräche und Filmvorführungen sind geplant. Ebenfalls sollen in Schulen Workshops mit Schülerinnen und Schülern zum Thema „Landschaftsfotografie“ stattfinden. Mit dem Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) ist ein Kinoprogramm in der St. Marienkirche in Planung.

Mit ihren vielfältigen Anknüpfungspunkten (Fotografie –  Kunst – Identität – Partizipation – Politik – Landesplanung – Bildung – Literatur – Fontane – Geschichte) schafft die Ausstellung ein Angebot an Laien wie Fachpublikum, Tourist*innen wie Einheimische, Studierende wie Schüler*innen, die Region intensiv zu entdecken. Durch die ausgesuchten Partner vernetzt es überregional Initiativen des bürgerschaftlichen Engagements, die im Sinne der Metropolenregion hier Brandenburg in den Fokus der Wahrnehmung setzen. Die Zusammenarbeit der Projektpartner rund um Ausstellung und Begleitprogramm befördert die Vernetzung lokaler Akteure und stärkt die institutionelle Infrastruktur im Land.

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