Rarer Regen: Re-Use und Regionaldenken retten Resilienz

Umsetzungsforum Wasser angeregt

Stadtgespräch „Wasser bewegt Berlin“ diskutiert Lösungsvorschläge für das wertvoller, weil knapper werdende Nass

Die Kooperation von Berlin und Brandenburg bei der Stärkung der Resilienz der Wasserversorgung muss deutlich verbessert werden, denn wir bewegen uns gemeinsam auf schwerwiegende Krisen im regionalen Wasserhaushalt zu. Darüber herrscht Konsens bei den demokratischen Parteien im Berliner Abgeordnetenhaus, wie deren Vertreter:innen gestern Abend beim 24. Stadtgespräch Wasser der Öffnet externen Link in neuem FensterInitiative „Wasser bewegt Berlin“ zum Ausdruck brachten. Konsens bestand auch in der Einschätzung, dass die anstehenden Aufgaben in der Sicherung der Trinkwasserversorgung und der Gewässerqualität eine Ausweitung der Finanzmittel erfordern. Obwohl das Stadtgespräch wegen der aktuellen Pandemielage kurzfristig ins Digitale verlagert wurde, nahmen über 70 Personen an der Veranstaltung teil.

Die offene Debatte unter dem Titel „Wasser in Berlin – woher nehmen?“ hat sich angesichts des mit dem Klimawandel steigenden Niederschlagsdefizits und der damit angespannter werdenden Wasserversorgung in Berlin und Brandenburg mit Vorschlägen der Initiative „Wasser bewegt Berlin“ auseinandergesetzt. Zu diesem Katalog von Maßnahmen zur Sicherung der Wasserförderung und Schonung des Grundwassers zählt insbesondere die strikte dezentrale Regenwasserbewirtschaftung, für die es mehr finanzielle Anreize und personelle Verantwortung in den Bezirken und beim Land geben müsse. Zudem fordert die Initiative auch eine Stärkung der Verwaltung in Wasserfragen auf kommunaler und Landesebene, ein wirkungsvolles Bekenntnis zur lokalen Kreislaufwirtschaft in Form von Wiedereinleitung geklärter Abwässer in die Landschaft, Grauwassernutzung, Sparanreize sowie geschlossene Wassersysteme in produzierenden Unternehmen. Um Beschränkungen beim Rasensprengen werden wir, so die Einschätzung der Initiative, in Hitzesommern über kurz oder lang nicht herumkommen. Auch eine zügig betriebene Wiedererrichtung vor Jahrzehnten geschlossener Wasserwerke in Berlin wird befürwortet, um die Versorgung auf eine breitere Basis zu stellen.

Für den notwendigen Dialog und zur Forcierung der Umsetzung wird ein „Umsetzungsforum“ angeregt, in dem Politik und Gesellschaft zusammenarbeiten. Dabei soll die Zivilgesellschaft eingebunden werden – auch, um das Wissen um Zusammenhänge und damit das Problembewusstsein zu stärken.

Für Stefan Richter, Vorstand der Stiftung Zukunft Berlin und Mit-Aktivist bei „Wasser bewegt Berlin“ gibt es bei der Anpassung der Region an den Wassermangel keinen Königsweg: „Wir haben viele Anregungen erarbeitet und auch von den Diskutierenden neue bekommen.“ Sie zu prüfen und umzusetzen werde die Initiative eng begleiten.

Am 24. Stadtgespräch „Wasser bewegt Berlin“ hatten sich neben Vertreter:innen lokaler Initiativen und interessierten Bürger:innen u. a. die umweltpolitischen Sprecher von CDU, Linken, FDP und Grünen, Danny Freymark, Katalin Gennburg, Felix Reifschneider und Julia Schneider sowie Elke Hube vom SPD-Fachausschuss Umwelt und Umweltstaatssekretär Stefan Tidow beteiligt.

Die Vorschläge der Initiative „Wasser bewegt Berlin“ könnenÖffnet externen Link in neuem Fenster hier nachgelesen werden.

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