Regional kooperieren, Regen nutzen, Kläranlagen ausbauen

Wahlprüfsteine von Wasserinitiative zeigen parteiübergreifenden Konsens zu den Folgen des Klimawandels für die Wasserversorgung in Berlin

Mehr regionale Kooperation in Wasserfragen, dezentrale Regenwasserbehandlung und -nutzung, Kläranlagenausbau und die Verhinderung des Eintrags von Spurenstoffen und Mikroplastik in den Wasserkreislauf – das sind fraktionsübergreifend die Ziele der Umweltpolitiker:innen der Fraktionen im Berliner Abgeordnetenhaus, die diese mit der Initiative „Öffnet internen Link im aktuellen FensterWasser bewegt Berlin“ der Stiftung Zukunft Berlin im Vorfeld der Wahlen im Herbst 2021 fixiert haben.

Markus Müller, Sprecher der Initiative, zeigte sich zufrieden über den Austausch: „Es ist gut zu sehen, dass die von uns eingebrachten Punkte auf eine breite Zustimmung stoßen. Viele entscheidende Ziele wurden in dieser Legislatur nicht erreicht, so dass neue Wege notwendig sind, um diese wichtigen Maßnahmen umzusetzen. Der unerbittlich fortschreitende Klimawandel erduldet keine weiteren Aufschiebungen.“

Bei der gemeinsamen (Video-)Konferenz über die Konsequenzen des Klimawandels für die Wasserversorgung Berlins mit der Initiative „Wasser bewegt Berlin“ waren sich die Parlamentarier:innen einig, dass der seit geraumer Zeit erwartete „Masterplan Wasser“ des Berliner Senats und seine Konsequenzen breit in der Stadtgesellschaft diskutiert werden müssen. Angesichts des fortschreitenden Klimawandels und wachsenden Wasserbedarfs im Metropolenraum Berlin-Brandenburg sei eine verstärkte Aufmerksamkeit für Wasserfragen in der Öffentlichkeit und bei Politik beider Bundesländer dringlich.

Konsens der Parlamentarier:innen war auch, dass die Zusammenarbeit mit Brandenburg intensiviert werden müsse, etwa um die Zuflüsse nach Berlin über Spree und Havel zu sichern und die Ansiedelung von Gewerbe und Wohnungen und den daraus resultierenden Wasserbedarf zu steuern. Dazu sei mehr Datenaustausch und Transparenz bestehender Formen der Zusammenarbeit und Kooperation auch auf parlamentarischer Ebene notwendig, die einer „ordnenden Hand“ unter Federführung beider Umweltministerien bedarf.

Das immer spärlichere Regenwasser dürfe als unverzichtbare Ressource nicht ungenutzt abfließen, waren sich die Parteienvertreter:innen einig. Das bedeute eine konsequente Anwendung der Möglichkeiten zur dezentralen Behandlung sowie einen Umbau der Ableitungssysteme, wobei beides mit einem Monitoring versehen werden soll. Die Erfolge dessen wären die Stützung der Grundwasserbildung, mehr Lebensqualität durch Artenvielfalt und milderes Mikroklima in heißen Sommern sowie bei Starkregen die Vermeidung von Schmutzeinspülungen in die Gewässer. Die von der Berliner Regenwasseragentur begonnene wertvolle Arbeit müsse gestärkt, rechtliche Hemmnisse beseitigt, dezentrale Regenwasserbehandlung und -nutzung finanziell gefördert und Anreize innerhalb des Tarifsystems für Trink- und Abwasser geschaffen werden.

Zur Verbesserung der Gewässerqualität und damit auch zur Sicherung der Trinkwasserversorgung sollen nach dem Willen der Parteien die Berliner Klärwerke weiter ausgebaut werden, um auch Spurenstoffe aus dem Abwasser zu entfernen. Dabei sei der Reduktion dieser Stoffe und des Mikroplastiks etwa aus Reifenabrieb an den Quellen mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

An der Diskussion mit der Initiative „Wasser bewegt Berlin“ nahmen Danny Freymark (CDU), Georg Kössler (B90/Die Grünen), Marion Platta (Die Linke), Henner Schmidt (FDP) und Jörg Stroedter (SPD) teil.


Mitglieder der Initiative „Öffnet internen Link im aktuellen FensterWasser bewegt Berlin“:
Hartwig Berger (Ökowerk Berlin e.V.), Otrud Bonnet (ucb – utility competence berlin), Beate Ernst (wirBERLIN e.V.), Aljoscha Hofmann (Initiative Think Berl!n), Günther Grassmann (ucb – utility competence berlin), Lena Horlemann (Berlin 21), Götz Lemberg (Atelier Lemberg), Markus Müller (Landschaftsplaner), Stephan Natz (Berliner Wasserbetriebe), Darla Nickel (Berliner Regenwasseragentur), Pia Paust-Lassen (Berlin 21 e.V.), Marion Piek (Brandenburg 21 e.V.), Stefan Richter (Stiftung Zukunft Berlin), Christian Strauß (Urbane Zukunft Consulting), Bodo Weigert (Kompetenzzentrum Wasser Berlin)

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