5. Zukunftsforum Berlin-Brandenburg

Berlin und Brandenburg – Identitäten, Konstruktionen, Positionen

 

„Berlin-Brandenburger Identitätskonstrukte - Was trennt uns, was eint uns?
Gehören Berlin und Brandenburg zusammen? Was verbindet beide Länder, was trennt sie? Wie kann ihre gemeinsame Zukunft aussehen und sind die Menschen darauf vorbereitet?“
 

Klischees gibt es wechselseitig viele, wenn es um Berlin und Brandenburg geht. Was trennt uns, was eint uns?

Im Rahmen des Öffnet internen Link im aktuellen FensterZukunftsforums Berlin-Brandenburg hat die Stiftung Zukunft Berlin jetzt die Debatte darüber neu angestoßen. Denn es reicht nicht, einfach nur mehr Kooperation zwischen den beiden Ländern zu fordern. Die ist dringend nötig. Aber wir brauchen auch ein neues Verständnis davon, wofür unsere gemeinsame Region in all ihrer Verschiedenheit steht.
 
In Kooperation mit dem Öffnet externen Link in neuem FensterHaus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) in Potsdam und dem Öffnet externen Link in neuem FensterOderbruch-Museum Altranft lud das Zukunftsforum Berlin-Brandenburg deshalb am 16. März 2022 ein zur Diskussion mit Expertinnen, Mandatsträgern, Wissenschaftlerinnen und Multiplikatoren zum Thema „Berlin und Brandenburg – Identitäten, Konstruktionen, Positionen“.

Kurt Winkler (Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH/Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte Potsdam) und Richard Meng (Stiftung Zukunft Berlin) umrissen bei der gut besuchten Veranstaltung zunächst das Leitthema des Abends. Besprochen werden solle, wie der Reichtum an Ideen und Initiativen, wie das Fundament wirtschaftlicher und kultureller Verschiedenheit künftig genutzt werden kann, um gemeinsame Impulse zur Zukunft der Region zu entwickeln. Kenneth Anders (Oderbruch Museum Altranft) stellte dazu einige Essays vor, in denen die Mitglieder der Arbeitsgruppe in bewusst subjektiven Näherungen ein „Inventar“ des gemeinsamen Berlin-Brandenburger Raumes beschreiben.
 
Impulsreferate aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Literatur demonstrierten auf anregende Weise, wie vielfältig der Blick auf Gemeinsamkeit und Unterschiedlichkeit von Berlin und Brandenburg ist. Prof. Dr. Gabriela Christmann (Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung) reflektierte kritisch den Begriff der Metropolregion. Sophia Trollmann stellte die Arbeit der von der Kulturstiftung des Bundes geförderten „Gesellschaft der Neuen Auftraggeber“ vor und die Schriftstellerin, Musikerin und Journalistin Manja Präkels ironisierte den Rollenwechsel zwischen Großstadtpflanze und Landpomeranze.
 
Unter der Moderation von Volker Hassemer (Stiftung Zukunft Berlin, Senator a.D.) kam anschließend die Politik zu Wort, vertreten durch Ricarda Budke (Mitglied des Landtags Brandenburg, Bündnis 907Die Grünen), Sebastian Czaja (Vorsitzender der FDP- Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus) und Stefan Evers (Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus). Deutlich wurde, wie facettenreich sich auf der Ebene des politischen Handelns das Miteinander und Nebeneinander von Berlin und Brandenburg gestaltet. Konsens bestand in der gegenseitigen Kooperationsabsicht, aber auch in der Differenzierung unterschiedlicher Problemlagen und Bedürfnisse. Zu den Gästen im Saal, die ihre Perspektive auf das Thema beitrugen, gehörten Mike Schubert (Oberbürgermeister Potsdam), Paul Spies (Stadtmuseum Berlin), Susanne Stumpenhusen (Zukunftsforum Berlin-Brandenburg) u.v.a.
 
Die Arbeitsgruppe bewertet die Veranstaltung als Erfolg und hat sich vorgenommen, auch weiterhin als Forum für gemeinsame Erfahrungen, gemeinsame Ziele und gemeinsame Beschreibungen der Region Berlin-Brandenburg zu wirken.


Im Rahmen des von der Stiftung Zukunft Berlin organisierten Zukunftsforums Berlin-Brandenburg werden seit September 2020 Themengespräche zur Kooperation in der Region Berlin-Brandenburg durchgeführt. Ziel ist es, Impulse zur Zukunft der Metropolregion zu setzen und einen Dialog zwischen gesellschaftlichen Akteur:innen und der Politik zu initiieren. Zugleich soll die Aushandlung eines strategischen Handlungsrahmens für Berlin-Brandenburg zwischen den beiden Landesregierungen auf zivilgesellschaftlicher Ebene begleitet und befruchtet werden.

Die Initiative wird getragen von engagierten Bürgerinnen und Bürgern, viele von ihnen mit langjähriger Erfahrung in verantwortungsvollen Positionen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Neben Themen wie der gemeinsamen Wissenschaftsregion Berlin-Brandenburg, Wohnen und Verkehr, Nachhaltigkeit und Umweltschutz, sozialer Infrastruktur und gesellschaftlicher Teilhabe gilt die Aufmerksamkeit auch Fragen einer gemeinsamen Identität Berlin-Brandenburgs, im Sinne eines bürgerschaftlichen Dialogs über eine gemeinsame „Erzählung“ der Geschichte, Gegenwart und Zukunft beider Länder. Derzeit präsentiert sich die Initiative im Rahmen der Ausstellung Öffnet externen Link in neuem FensterMORGEN in Brandenburg. Werkstatt für Zukünfte des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam (5. Februar bis 5. Juni 2022).

Neben dem Ausstellungsbeitrag und der Veranstaltung am 16. März haben wir uns vorgenommen, in einer Sammlung von kurzen Essays das „Inventar“ der Gemeinsamkeiten von Berlin und Brandenburg zu beschreiben. Nachdenklich oder polemisch, poetisch oder faktenversessen, deskriptiv oder politisch, berlinisch oder brandenburgisch – die offene Form des Essays ist eine Einladung an die am Thema Interessierten, die Region zu beschreiben.

 

Öffnet internen Link im aktuellen FensterWeitere Informationen zum Zukunftsforum Berlin-Brandenburg

Öffnet externen Link in neuem FensterWeitere Informationen zur Ausstellung „MORGEN in Brandenburg. Werkstatt für Zukünfte“ im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte Potsdam

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