Unser Ziel ist Berlin

von Dr. Richard Meng
Vorstand Stiftung Zukunft Berlin
Sind zwanzig Jahre eine lange Zeit – in einer Stadt, die bald 800 wird?
Ja, jedenfalls wenn es um Engagement und Gestaltung geht. Zumal, wenn in diesen zwanzig Jahren eine große Idee immer wieder neu und jung, zugleich aber seriös und wirkungsvoll daherkam. Die Idee: Berlin gehts besser, wenn Politik und Stadtgesellschaft
zusammenarbeiten. Wenn engagierte Bürger:innen sich zusammenschließen und im Dialog auf Augenhöhe Mitverantwortung wahrnehmen.
Heute ist die Stiftung Zukunft Berlin in der Stadt nicht mehr wegzudenken. Wobei: Wer genau ist das eigentlich, die Stiftung? Sie ist ein Zusammenschluss der Vielen. Menschen mit unterschiedlichen Blickrichtungen und Kompetenzen. Menschen, die etwas bewegen wollen, die ehrenamtlich ihre Ideen und ihre Überzeugungskraft
einbringen.
Die Stiftung koordiniert das. Sie bildet Initiativen zu verschiedenen Themen, in denen unterschiedliche bürgerschaftliche Perspektiven aufeinandertreffen und die immer wieder eigenverantwortlich Vorschläge erarbeiten. Sie tragen das in die Stadtgesellschaft und an die Politik heran, sie sind erfolgreich mit guten Ideen oder sie müssen manchmal auch mit guten Ideen Rückschläge hinnehmen. Sie sind selten bequem, mit ihrer vielfältigen Erfahrung Realisten.
Die Stiftung ist Impulsgeberin UND Forum. Sie führt Interessensgruppen zusammen, die einander sonst selten konstruktiv begegnen. Sie ergänzt in ihren Foren den politischen Diskurs, wie er in Parlament und Parteien stattfindet, um die Dimension der Stadtgesellschaft. Sie sucht Wege zu produktiven Konsensen, die in der Politik alleine immer schwieriger zu werden scheinen.
Das Ziel ist immer Berlin. Zusammenhalt in der Stadtgesellschaft und ihrer Stadtkultur, Öffnung in die brandenburgische Nachbarschaft, Perspektivgespräche mit weiterem Horizont – von der Rolle als Bundeshauptstadt bis hin zu europäischen Perspektiven: All das sind Facetten eines großen Auftrags. Sein Kern ist, die eine aktive Demokratie zu stärken, Freiheit und Vielfalt der Stadtgesellschaft zu verteidigen und auszubauen.
Nicht selten sind da dicke Bretter zu bohren. Zu oft lässt sich die Stadtpolitik vorwiegend durch die Aktualität prägen, verliert die längeren Linien aus dem Auge. Die Stiftung Zukunft Berlin hält dagegen, öffnet den Diskurs immer wieder neu. Mit langem Atem, durchaus auch mal als unbequem wahrgenommen, gleichzeitig hoch geachtet. Nie als Player in tagespolitischen Machtspielen. Immer als Anlaufstelle für Menschen, die in die Zukunft denken wollen.
Dass Berlin wieder an Dynamik gewinnt, sich große Horizonte zutraut und seinen Menschen etwas zutraut,
das ist das Ziel. Die Stiftung ist da Anker und Antreiberin gleichzeitig. Auch 2026 wieder. Es wird ein Berliner Wahljahr werden, mit welchem Ergebnis auch immer, auf jeden Fall ein Jahr der Zukunftsdebatten.
Berlin schaut nicht selten nur nach innen, ist mit sich selbst unzufrieden. Umso wichtiger ist es, die Kräfte zu aktivieren, die in dieser so besonderen Stadt stecken. Sie kommen von historischen Erfahrungen her und wachsen aus gelebter Vielfalt und Solidarität – unterstützt, seit nunmehr fast zwanzig Jahren durch die Aktiven einer kleinen, aber wirkungsbewussten und manchmal auch wirkungsmächtigen Stiftung. Es ist ein Konzept, das immer wieder viele ansteckt.
