Der Berliner Fernsehturm spiegelt sich in einer Pfütze © Stiftung Zukunft Berlin
Fernsehturm in Mitte

Berliner Mitte

Ausgangslage

Die Berliner Stadtmitte – der Raum zwischen Schlossplatz und Fernsehturm mit seinen Verflechtungen in die umliegenden Räume – ist ein »gewonnener Ort«. Bis zum Zweiten Weltkrieg war dieser Ort eng bebaut, im Krieg zerstört, in DDR-Zeiten wurde er nicht wieder aufgebaut, nach der Wende war er ein Park.

Im Augenblick ist er geprägt von der U-Bahn-Baustelle. Mit der Fertigstellung des Humboldt-Forums stellt sich die Frage der zukünftigen Nutzung. Dieser Ort ist frei für Entwicklungen, die seinem Gewicht in der Vergangenheit entsprechen oder dieses übertreffen. Er eröffnet damit zugleich die Chance, in die Zukunft hinein neuen Anforderungen gerecht zu werden.

Zielsetzung

Den Umgang mit der Berliner Mitte sowie deren Sinn und Aufgabe für die Gesamtstadt zu klären ist eine Aufgabe, die von Politik und Gesellschaft gemeinsam bearbeitet werden muss. Wir wollen einen Forumsprozess bewirken, in dem alle relevanten Gruppierungen zu Gehör kommen und sich einvernehmlich darauf verständigen, wie zusammen mit der Senatsverwaltung die Grundsätze und inhaltlichen Anforderungen der dann notwendigen Planungen formuliert werden.

Neben diesem Verfahrensvorschlag haben wir inhaltliche Essentials für die Berliner Mitte erarbeitet, die wir ständig weiterentwickeln und in die jetzt anstehende fachliche Vertiefung einspeisen. So wollen wir die Stadtdebatte weiter qualifizieren.


Wie geht es weiter mit der Berliner Mitte? Diskussion mit Berliner Spitzenpolitiker:innen

 

Forderungen für die nächste Legislatur

Am 17. August 2021 lud die Stiftung Zukunft Berlin zur Podiumsdiskussion "Zur Zukunft der Berliner Mitte – Forderungen für die nächste Legislatur". Die Diskussion fand im Festsaal im Roten Rathaus statt. Der Raum zwischen Humboldt-Forum und Fernsehturm sollte zu einer zukunftsfähigen Berliner Mitte entwickelt werden, darum haben wir Vertreter:innen der Politik und Verwaltung eingeladen, gemeinsam zu diskutieren. Zu Gast waren Burkard Dregger (CDU), Stefan Förster (FDP), Franziska Giffey (SPD), Bettina Jarasch (Bündnis 90/DIE GRÜNEN) und Sebastian Scheel (Die Linke).

Inhaltliche Schwerpunkte der Diskussion waren die Ausgestaltung des jetzigen Rathausforum zu einem Platz der Demokratie, die Erlebbarkeit der Geschichte und die Forderung nach einem Gesamtkonzept zur Ausgestaltung des Raumes. Unterstützt wurde die Diskussion durch Inputs von Rainer Boldt, Wolf-Dieter Heilmeyer und Rolf Kreibich. Durch die Diskussion führten Stefan Richter und Lea Rosh. Wichtig war auch die Frage, wie die Gesellschaft in der nächsten Legislaturperiode am Gestaltungsprozess der Berliner Mitte mitwirken kann. B. Dregger schlug dazu eine Art Bürgerforum nach dem Vorbild des Berlin-Forums vor und stimmte auch der Forderung zu, den Schlossbrunnen zurück an seinen historischen Ort zu setzen, um vor dem Roten Rathaus Platz für die Umsetzung eines Platzes der Demokratie zu machen.
Auch B. Jarasch unterstützt die Forderung, Bürger:innen in die weitere Gestaltung der Berliner Mitte enger einzubeziehen. Zudem plädiert sie dafür, ein Verkehrskonzept zu entwickeln, das vor allem fußgängerfreundlich ist. Um den Ort stärker für Jugendliche zu öffnen, müssen Orte zur Aneignung zur Verfügung stehen, die ohne kommerzielle Nutzung funktionieren.Außerdem müsse eine großzügige Genehmigungspraxis für Veranstaltung praktiziert werden. F. Giffey fordert, dass auch kurzfristig der Zustand des Ortes und der Grünanalgen verbessert werden muss und kann sich den weiteren Prozess auch in Formaten wie Bürgerdialogen vorstellen. S. Förster stimmt auch der Rückverlegung des Schlossbrunnens zu und erklärt, dass die FDP auch für die Blockrandschließung, im Sinne einer maßvollen Bebauung, offen sei. S. Scheel unterstützt vor allem die Idee, den Ort zu nutzen, um mehr Bewusstsein für große Denker zu schaffen. Die Berliner Mitte sei ein Ort, an dem dies möglich sei.

S. Richter fasst zusammen, dass wir jetzt die Debatte über die Berliner Mitte neu anstoßen müssen.
Die Themen sind gesetzt, nun ist es wichtig, Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten. Offene Orte zur Aneignung durch die Bürger:innen sind richtig. Sowie die Frage, wie die Berliner Aufklärung im Marx-Engels-Forum  thematisiert werden kann, ohne einen neuen Skulpturenpark zu planen.

 

Verantwortlich für die Initiative

  • Stefan Richter

Koordination

Mitwirkende

  • Rainer Boldt
  • Gert Eckel
  • Wolf-Dieter Heilmeyer
  • Ferenc Höfle
  • Andreas Kleine-Kraneburg
  • Michael Knoll
  • Urs Kohlbrenner
  • Rolf Kreibich
  • Cordula Machoni
  • Walter Penzenstadler
  • Oliver Raendchen
  • Lea Rosh
  • Bernhard Schneider
  • Roland Stolte
  • Heinrich Suhr
  • Conrad Wiedemann
  • Herbert Wiesner

Dokumente

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