Pressemitteilung: „Berlin braucht Ziele, die zusammenführen – Weckruf für ein Zukunftsbild“ (09.03.2026)
„Berlin braucht Ziele, die zusammenführen“
Stiftung Zukunft Berlin veröffentlicht „Weckruf“ für ein Zukunftsbild der Stadt
Berlin verzettelt sich – und steht sich damit selbst im Weg. Eine Initiative der Stiftung Zukunft Berlin (SZB) hat als Antwort darauf ein „Zukunftsbild“ für Berlin formuliert, das die Stadt wieder voranbringen soll. Freiheit, Vielfalt und Gemeinschaft sind die zentralen Leitbegriffe dieses „Weckrufs“ an die Adresse von Politik und Stadtgesellschaft.
Erarbeitet wurde der Text von Nils Busch-Petersen (Handelsverband Berlin-Brandenburg), Orçun Ilter (ehem. Landesschülersprecher), Katja Karger (Vorsitzende DGB-Berlin-Brandenburg), Ulrich Khuon (ehem. Intendant Deutsches Theater), Ulrike Kostka (Direktorin des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin), Kaweh Niroomand (Geschäftsführer BR Volleys), Tobias Nöfer (Architekt und ehem. Vorstandsvorsitzender Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg), Christoph Markschies (Präsident Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften), Hermann Parzinger (ehem. Präsident Stiftung Preußischer Kulturbesitze), Peter Schneider (Autor) (†) und Annemie Vanackere (Geschäftsführerin Hebbel am Ufer).
SZB-Vorstandssprecher Markus Dröge sagte zu dem Impuls: „Ich hoffe sehr, dass wir es schaffen, die Stadt aufzurütteln. Berlin verzettelt sich immer wieder zu wichtigen, aber letztlich kleinen Tagesthemen – und steht sich damit selbst im Weg. Das Große, Anspruch und Ausstrahlung unserer Stadt, gerät damit aus dem Blickfeld. Aber Berlin kann mehr und wir wollen dazu beitragen, dass das auch wieder sichtbarer wird. Dazu braucht es jetzt die Konzentration auf zentrale Themen. Insbesondere Kultur und Wissenschaft könnten, wenn sie selbst diese Aufgabe annehmen, stärker ins Zentrum der Stadtgesellschaft rücken. Berlin braucht Ziele, die zusammenführen.“
Das Impulspapier der Initiative Zukunftsbild nennt wachsende Armut und fehlende Beteiligung großer Bevölkerungsgruppen, zunehmende Spannungen zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur, Religion und sozialer Zugehörigkeit, aber auch unzuverlässige bzw. unzumutbare Verwaltungsabläufe als aktuelle Probleme. Mangel öffentlicher Räume für soziales, kulturelles und sportliches Engagement und Begegnung sowie fehlender bezahlbarer Wohnraum in einer wachsenden Stadt sowie die anhaltende Krise der öffentlichen Finanzen kämen hinzu. Angesichts dieser Problemlage sei es „besonders schmerzlich und unerträglich, dass Berlin kein klares Bild mehr von sich selbst hat und deshalb die gemeinsame Anstrengung für eine gute Zukunft schwerfällt.“
Dabei sei das Potenzial der Stadt unverändert groß, heißt es in dem Papier. Aber Stadtgesellschaft und Stadtpolitik fehlten das Einvernehmen über die langfristigen Ziele. Diese Unklarheit lähme Berlin und gefährde angesichts der vielfältigen weltweiten Bedrohungen auch das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit die repräsentative Demokratie. Berlin brauche für die Zukunft klare Prioritäten.
Vorgeschlagen werden dazu drei Ansatzpunkte:
- Die Stadt müsse gemeinsam von Bürger:innen sowie den Mitarbeitenden der öffentlichen Hand wieder handlungsfähig (Verwaltungsreform) und attraktiv gemacht werden.
- Berlin müsse seine Ost-West-Erfahrung zu einer spezifischen, woanders so nicht vorfindbaren Kompetenz der Problemlösung zur innergesellschaftlichen Integration nutzen.
- Kultur und Wissenschaft müssten als Motoren der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung herausgestellt und in die Gesellschaft hinein vernetzt werden.
Am Pressegespräch zur Vorstellung des Impulspapiers nahmen neben SZB-Vorstand Markus Dröge aus der Initiative Zukunftsbild auch Ulrike Kostka und Hermann Parzinger teil.
Mit einem Berlin-Forum, bei dem der „Weckruf“ am Dienstag (10. März) erstmals öffentlich diskutiert werden soll, startet die Stiftung Zukunft Berlin eine Diskussionsoffensive zum Berliner Zukunftsbild und erhofft sich davon auch, dass in der Zeit vor den Wahlen zum Abgeordnetenhaus verstärkt über diese Grundsatzfragen gesprochen wird.
Die Initiative Zukunftsbild Berlin ist eine Initiative im Rahmen des Berlin-Forums.

Das Berlin-Forum wird gefördert durch die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin und die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.


