Pressemitteilung: „Die Zivilgesellschaft kann mehr, muss aber einbezogen werden“ – Lehren aus Ratschlag nach dem Stromausfall (30.03.2026)

Von Kiez-Resilienztagen bis zu Nachbarschaftskampagnen

Der großflächige Stromausfall im Südwesten Berlins im Januar hat ebenso wie andere aktuelle Pannen und Ausfälle gezeigt, wie verletzlich urbane Infrastrukturen sind. Zugleich wurde deutlich, welches Potenzial in funktionierenden Nachbarschaften und zivilgesellschaftlicher Solidarität liegt. 

Vor diesem Hintergrund hat ein Ratschlag Zivilgesellschaft mit Vertreter:innen von der John-F.-Kennedy-Schule, der Akademie der Katastrophenforschungsstelle Berlin (AKFS) gGmbH, des Stadtteilzentrums Steglitz e.V., den Kitas Süd-West, der Senatsverwaltung für Inneres und Sport Berlin, dem Mittelhof e.V. und dem VKMK – Verband der Kleinen und Mittelgroßen Kitaträger Berlin e.V. bei der Stiftung Zukunft Berlin (SZB) stattgefunden.

Die Ergebnisse hat die SZB jetzt veröffentlicht und sucht dazu das Gespräch mit den politischen Verantwortlichen.

Dazu SZB-Vorstandssprecherin Beate Stoffers: “Um auf zukünftige Krisen besser vorbereitet zu sein, braucht es neben allen innerstaatlichen Effektivierungsmaßnahmen auch eine viel stärkere und systematische Verzahnung von öffentlichem Katastrophenschutz und zivilgesellschaftlichem Engagement. Bestehende stadtgesellschaftliche Netzwerke sollten dabei nicht nur ergänzend, sondern als integraler Bestandteil in Vorsorge- und Krisenstrategien eingebunden werden. Eine verbesserte Hilfskapazität kann nur erreicht werden, wenn lokale Strukturen gestärkt und Nachbarschaften gezielt gefördert werden. Die Zivilgesellschaft kann mehr. Sie muss sich dann auch selbst weiterentwickeln und zusätzlich engagieren – und sie muss in jedem Fall von den Behörden besser einbezogen werden. Sie ist dann nicht nur unterstützend tätig, sondern sie ist ein zentraler Pfeiler einer solidarischen, resilienteren Stadt. Die Politik muss diese Chancen mehr als bisher nutzen.“

Ergebnis des Ratschlags Zivilgesellschaft ist ein Forderungspapier, das auch der Innensenatorin zur Verfügung gestellt wurde und das an alle Behörden und Institutionen versandt wird, die mit Katastrophenschutz und Resilienz zu tun haben.

Zentrale Themen des Papiers (siehe Anlage) sind unter anderem die generelle Stärkung lokaler und nachbarschaftlicher Strukturen sowie die Erleichterung von Kommunikation in der direkten Nachbarschaft, die dann speziell im Fall von bedrohlichen Ereignissen genutzt werden kann. Ebenso wird vorgeschlagen, eine berlinweite Kampagne „Lerne deine Nachbar:innen kennen“ zur Stärkung der Nachbarschaften umzusetzen und Kiez-Resilienztage einzuführen, bei denen über Angebote und Möglichkeiten informiert wird.

Die Ratschlag Zivilgesellschaft fand im Rahmen des Berlin-Forums statt.


Das Berlin-Forum wird gefördert durch die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin und die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. 

Dazu weiterführend:
Das Positionspapier der Initiative Digitale Transformation zu Kiezboxen