Pressemitteilung und Positionspapier: AG Stadtgrün fordert verbindliche Qualitätsstandards für die Umsetzung des Berliner Klimaanpassungsgesetzes (08.06.2026)

Klimaanpassung in Berlin: Gute Vorsätze reichen nicht!

Die Folgen des Klimawandels sind in Berlin längst spürbar – dafür muss sich die Stadt wappnen. Das Berliner Klimaanpassungsgesetz bietet dafür einen wichtigen gesetzlichen Rahmen, der Verwaltung wie Zivilgesellschaft allerdings vor große Herausforderungen stellt. Das Positionspapier der AG Stadtgrün der Stiftung Zukunft Berlin (SZB) setzt hier an und formuliert konkrete politische Forderungen, wie die Ziele des Gesetzes in gegebener Qualität umgesetzt werden können. Klimaanpassung darf nicht bei politischen Zielmarken und quantitativen Vorgaben stehen bleiben. Berlin braucht verbindliche Qualitätsstandards, ressortübergreifende Zusammenarbeit und eine Umsetzung, die im Alltag der Menschen tatsächlich wirkt.

„Eine zukunftsfähige Stadtbegrünung im Klimawandel muss nicht nur quantitativ, sondern zur Entfaltung ihrer gewünschten Wirkungen zur Steigerung der Lebensqualität der Stadt verstärkt qualitativ gedacht werden,“ sagt Prof. Dr. habil. Hartmut Balder, Initiativverantwortlicher der AG Stadtgrün und Leiter des Instituts für Stadtgrün.

Beate Stoffers, Vorstandssprecherin der Stiftung Zukunft Berlin, erklärt: „Klimaanpassung gelingt nicht gegen die Menschen, sondern nur mit ihnen. Dafür braucht es eine verständliche Kommunikation. Das Klimaanpassungsgesetz kann nur dann ein Erfolg werden, wenn Verwaltung, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam handeln. Gerade bei Querschnittsthemen wie Stadtgrün braucht es verbindliche Dialog- und Umsetzungsstrukturen. Das Positionspapier der AG Stadtgrün ist dafür ein wichtiger Impuls.“

Das Positionspapier fordert unter anderem, alte und prägende Baumbestände besser zu schützen, Bäume bei Bau- und Planungsprozessen frühzeitig mitzudenken und die Datengrundlagen zu Berliner Stadtbäumen zu verbessern. Neue Pflanzungen sollen nach einheitlichen Standards erfolgen, von der Auswahl geeigneter Baumarten über ausreichend große Pflanzgruben bis zur verlässlichen Pflege in den ersten Jahren. Außerdem müssen Entsiegelung, Regenwasserspeicherung und Baumpflege stärker zusammengedacht werden. Nur so kann Stadtgrün im Alltag tatsächlich wirken: als Schutz vor Hitze, als Beitrag zu mehr Aufenthaltsqualität und als Grundlage für Quartiere, in denen wir gerne wohnen möchten. Zentral ist aus Sicht der AG auch, die Berlinerinnen und Berliner besser einzubeziehen sowie mitzunehmen. Dazu braucht es fachlich begleitete Beteiligung der Stadtgesellschaft und eine verständliche Kommunikation.

Zur AG Stadtgrün:
Die AG Stadtgrün der Stiftung Zukunft Berlin wurde Ende 2025 auf Initiative von Prof. Dr. habil. Hartmut Balder gegründet. Sie entwickelt fachliche und praxisnahe Empfehlungen zur Stärkung des Stadtgrüns und zur Umsetzung des Berliner Klimaanpassungsgesetzes. Beteiligt sind Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft, Landschaftsarchitektur, Stadtplanung, Verwaltung, Wirtschaft, zivilgesellschaftlichen Initiativen und dem Gesundheitsbereich.

Die AG Stadtgrün wird im Rahmen der Initiativenarbeit von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt gefördert.