Pressemitteilung: „Die Gründungsidee ist nicht verwirklicht“ – Fünf Jahre Humboldt Forum (1.7.2026)

Fünf Jahre Humboldt Forum: „Die Gründungsidee ist nicht verwirklicht“

Zum fünfjährigen Jubiläum der zentralen Kultureinrichtung sieht die Arbeitsgruppe Humboldt Forum der Stiftung Zukunft Berlin (SZB) einen klaren Handlungsbedarf.

„Es ist jetzt Zeit für eine Nachjustierung“, sagte Sven Sappelt, einer der Sprecher der Initiative.Es war eine visionäre Entscheidung des Deutschen Bundestages, in der Mitte seiner Hauptstadt Berlin, wo früher das Stadtschloss der Hohenzollern stand, mit dem Humboldt Forumeinen Ort der Weltkulturen zu errichten. Im Geiste der Brüder Humboldt sollten die Kulturen einen Resonanzraum erhalten, in dem die dringlichen Fragen künftigen Zusammenlebens mit Hilfe der Künste und Wissenschaften gemeinsam erarbeitet und dargestellt werden. Von hier aus sollten Impulse für eine Welt friedlicher Kooperation und des wechselseitigen Respekts ausgehen.

In den vergangenen fünf Jahren hat das Humboldt Forum Fuß gefasst, die Sammlungen haben ihren Ort gefunden, doch ihre Kunstwerke strahlen noch nicht in unsere Gegenwart hinein. Die Gründungsidee, von hier aus einen international geplanten kulturellen Beitrag zu den konfliktreichen, allgemeinpolitischen Herausforderungen unserer globalisierten Welt zu leisten, ist bislang nicht verwirklicht.

Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, braucht es nach Ansicht der Arbeitsgruppe der SZB:

  • einen klaren Auftrag der Politik und ihre entschiedene Unterstützung,
  • eine integrative Governancestruktur, die die Kompetenzen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der Stiftung Humboldt Forum zusammenführt zu einem gemeinsamen Selbstverständnis –  als arbeitsteilige Kooperation unter einer zentralen Intendanz,
  • ein noch engeres internationales Netzwerk von Partnern, die für den Austausch von Wissen, Erfahrung und Kenntnis aktueller Veränderungen sorgen (mit dem Netzwerk der Goethe Institute ist ein Anfang gemacht),
  • eine Neugestaltung der Berliner Etage in der Verantwortung Berlins, die zur Stärkung eines stimmigen Gesamtkonzeptes als Humboldt Forum beiträgt und nicht eine weitere Dauerausstellung bietet, sondern den lebendigen Austausch und vielfältige Kooperationen mit den Künsten, Wissenschaften und digitalen Technologien fördert,
  • noch mehr initiative Verbindungen zu lokalen, nationalen und internationalen externen Partnern,
  • international herausragende Persönlichkeiten zur Stärkung und Gewährleistung des großen Transformationsprozesses.

Damit könnte sich das Humboldt Forum auf den Weg machen, gestützt auf die Kreativität aller Bereiche von Kunst und Forschung (auch der KI gestützten Wissenschaften) und im Austausch mit den großen Kulturzentren der Welt, Beiträge für ein friedliches internationales Zusammenleben zu leisten. Oder, wie es Volker Hassemer von der SZB formuliert: „Die besondere Herausforderung des Humboldt Forums ist es, die Kulturen der Welt nicht nur zu präsentieren, sondern ihren Beitrag für eine friedliche Welt zu aktivieren.“

Anbei einen Text der AG zur inhaltlichen Vertiefung.

Zur AG Humboldt Forum: Die AG Humboldt Forum der Stiftung Zukunft Berlin begleitet die Entwicklung der Kultureinrichtung seit vielen Jahren auf kritisch-konstruktive Weise. Einzelne Mitglieder waren in offizieller Funktion an der Gesamtkonzeption und Gründung des Hauses beteiligt.

Die AG Humboldt Forum wird im Rahmen der Initiativarbeit von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt gefördert.

Pressemitteilung als PDF: