Runder Tisch Wohnen am 26. März 2025 zum Thema Soziale Wohnraumförderung

Die Schaffung und Sicherung bezahlbaren Wohnraums zählt zu den zentralen Herausforderungen der sozialen Stadtentwicklung in Berlin. Beim Runden Tisch Wohnen am 26. März 2025 diskutierten rund 30 Teilnehmende aus Verwaltung, Wohnungswirtschaft, Planung, Finanzwesen und Zivilgesellschaft über die aktuelle Praxis der sozialen Wohnraumförderung und mögliche Perspektiven für die kommenden Jahre.

Förderung weiterdenken: Bedarf über klassische Zielgruppen hinaus

Es wurde betont, dass der bestehende Instrumentenkasten der sozialen Wohnraumförderung in Berlin an seine Grenzen stößt. Der Fokus auf den klassischen Wohnberechtigungsschein reicht nicht mehr aus. Um eine soziale Durchmischung zu erhalten und Abwanderung ins Umland zu verhindern, müsse auch der Bedarf von mittleren Einkommen stärker berücksichtigt werden.

Subjektförderung als Ergänzung zur Objektförderung

In der Diskussion wurde hervorgehoben, dass Berliner Förderstrukturen derzeit fast ausschließlich auf Objektförderung setzen. Das lässt Spielräume für sozial gerechtere Modelle ungenutzt. Als Positivbeispiel wurde Bayern genannt, wo einkommensorientierte Mietzuschüsse mit sehr langen Bindungsfristen zur Stabilisierung beitragen.

Baukosten, Flächenverfügbarkeit und Genehmigungen als strukturelle Hürden

Die stark gestiegenen Baukosten, rückläufige Baugenehmigungen und ein Mangel an geeigneten Grundstücken belasten den sozialen Wohnungsbau erheblich. In der Runde wurde auf die Bedeutung landeseigener Flächen und Gewerbereserven hingewiesen. Auch eine stärkere Aktivierung bestehenden Wohnraums, etwa durch Umbau, Aufstockung oder Umnutzung, wurde als Lösungsansatz diskutiert.

Anreize für Mitarbeiterwohnen und Azubi-Wohnraum schaffen

Als wichtige Ergänzung wurden gezielte Programme für sogenannte Bedarfsgruppen genannt, darunter Azubis oder Pflegekräfte. Modelle zum Mitarbeiterwohnen in Kooperation mit öffentlichen oder sozialen Trägern könnten zur Entlastung beitragen und zugleich den Fachkräftemangel abfedern.

Fehlbelegungen vermeiden

Mehrfach wurde die Reaktivierung der Fehlbelegungsabgabe ins Spiel gebracht. Diese könne helfen, Förderziele gezielter umzusetzen und gleichzeitig eine bessere soziale Steuerung im Bestand zu ermöglichen.

Ökologie und Förderung zusammendenken

Kritisch diskutiert wurde die aktuelle Praxis der KfW-Förderung, die sich stark auf den Energieverbrauch konzentriert. Aus Sicht der Teilnehmenden sei eine CO₂-Bilanz über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes zielführender, um ökologische und soziale Anforderungen künftig besser miteinander zu verbinden. Einigkeit bestand darin, dass es neue Allianzen braucht, um sozialen Wohnraum langfristig zu sichern, über ressortübergreifende Strategien, kluge Anreizsysteme und eine realistische Einschätzung der Mittel. In Zeiten begrenzter Haushalte sei mehr denn je eine gute Abstimmung zwischen Landespolitik, Bezirken und Wohnungswirtschaft gefragt. Die Stiftung Zukunft Berlin wird diesen Prozess weiter begleitend unterstützen und lädt alle Interessierten herzlich ein, sich über die AG Wohnen für eine soziale Stadtentwicklung in Berlin zu engagieren.