Runder Tisch Wohnen am 26. Februar 2026 zum Thema Umnutzung von Büroflächen in Wohnraum

Bei unserem letzten Runden Tisch Wohnen wurde die Umnutzung von Büroflächen in Wohnraum diskutiert. Die Ausgangslage ist bekannt: Während bezahlbare Wohnungen fehlen, stehen rund 2 Millionen Quadratmetern Bürofläche leer. Eine Umnutzung könnte ein innovativer Ansatz für die Schaffung von neuem Wohnraum im Bestand darstellen. In der Praxis passiert bislang jedoch wenig. In der Diskussion mit Teilnehmenden aus Projektentwicklung, Architektur, Immobilienfinanzierung und Verwaltung wurden mehrere Punkte deutlich:

  • Es besteht Einigkeit darüber, dass Büroflächen stärker für Wohnzwecke genutzt werden sollten. Gleichzeitig fehlen belastbare, differenzierte Daten zum Büro-Leerstand und zum tatsächlichen Umnutzungspotenzial.
  • Die Umnutzung ist technisch machbar und bei vielen leerstehenden Bürogebäuden auch grundsätzlich möglich. Gebäudetiefen, Fassadenstruktur, Erschließungskerne und Belichtung sind entscheidende Faktoren für Aufwand und Kosten. Zentrale Herausforderungen sind der Verlust des Bestandsschutzes bei Umnutzung, hohe Anforderungen an Brandschutz und Lärmschutz sowie Nachbarschaftsbelange.
  • Die rechtlichen Rahmenbedingungen durch den Bauturbo und das Schneller-Bauen-Gesetz eröffnen neue Spielräume und bieten Instrumente, um Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Es braucht Rückendeckung für Ermessensentscheidungen in der Verwaltung. Einzelfallentscheidungen sollten dabei nicht als Präzedenzfälle herangezogen werden.
  • Die Wirtschaftlichkeit einer Umnutzung bleibt der zentrale Hebel. Ohne tragfähige Kalkulation wird nicht investiert. Hohe Umbaukosten sowie die Berliner Sozialwohnungsquote stehen oft im Konflikt mit Renditeerwartungen oder der Zielsetzung, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
  • Immer wieder wurde betont: Wir brauchen einen strukturierten Schulterschluss zwischen Verwaltung, Investoren, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, eine transparente Kommunikation von Best-Practice-Beispielen sowie Verwaltungsstrukturen, die Umsetzung ermöglichen.

Vielen Dank an die Impulsgebenden und alle Teilnehmenden für die offene und fachlich dichte Debatte.